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Gesellschaft CJZ Kassel e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V.
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Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V.

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* A K T U E L L *

"Holocaust on the Beach"

Der Titel und die Art der Performance, die im Rahmen der "Documenta" dieser Tage stattfinden sollte, wurden auf Druck der Öffentlichkeit zwar geändert, aber der offizielle Ankündingstext von Freitag letzter Woche (18. August) wurde vielfach gelesen und ist nicht dementiert geworden.
Wir möchten  hier die Gedanken, die bei der Ankündigung vorgetragen wurden, und die veröffentlichten Texte des Künstlers aus einer weiteren Perspektive kritisieren.
Das Schicksal der Flüchtlinge heute kann durchaus mit dem der Juden in den 30-40er Jahre verglichen werden. Bbetrachtet man die historischen Tatsachen treten Fakten zu Tage, die in der Tat der heutigen Situation wirklich ähnlich sind. Wieder werden die reichen und freien Länder (d.h. auch wir) mit dem Elend von  Flüchtlingen konfrontiert, wie in den 30er und 40 er Jahren - und wieder verhalten sie sich auf eine ähnliche Weise wie damals. Sie schließen Grenzen, verweigern eine Aufnahme, sind erbarmungslos wie damals. Man braucht nur die Reden auf der Konferenz von Evian, oder das Weißbuch der Briten zu lesen, um die nötigen Parallelen zu ziehen. Uns geht es darum, auf diese Fakten hinzuweisen und an Europas Gewissen zu appellieren. Diesem Zweck dient die nachfolgende gemeinsame Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Kassel, des Sarah-Nußbaum Zentrums Kassel und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kassel:


Stellungnahme zu "Holocaust on the Beach"


Die Kasseler Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde 1953 gegründet.

Am Anfang standen Persönlichkeiten wie Paul Brandstetter, Wolfgang Hallwachs, Hermann Schafft und Julius Schuster. Die leidvolle und grauenhafte Erfahrung des 2. Weltkrieges und die Kenntnis des Genozids an den europäischen Juden waren Grund und Motiv für die Initiative, unsere Gesellschaft zu gründen. Antisemitismus, Rassismus, Militarismus, nationale Überheblichkeit, religiöse Intoleranz, weltanschaulichen Fanatismus sollte es nicht mehr geben. Hier wollten Frauen und Männer aus der Geschichte lernen.

Heute, im Vereinten Deutschland, bedroht neonazistische Gewalt erneut das Zusammenleben der Menschen. Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Haß und Gewalt ziehen eine blutige Spur durch die Bundesrepublik Deutschland. Auch der Antisemitismus regt sich wieder.

Dem allen versucht die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit entgegenzutreten, und sie weiß sich mit allen religiösen, demokratischen, politischen und sozialen Kräften mit gleicher Zielsetzung verbunden und sucht die Zusammenarbeit. Die Mitglieder unserer Gesellschaft wollen informieren und auf Gefahren hinweisen; sie sind der Überzeugung, daß die Greueltaten der Nazibarbarei nicht vergessen, nicht verdrängt, nicht aufgerechnet oder geleugnet werden dürfen. Dies sind wir den unzähligen Opfern und unserer eigenen Identität schuldig.

In diesem Sinne veranstaltet unsere Gesellschaft Vorträge, Seminare und Symposien; außerdem unternimmt sie Fahrten zu Gedenkstätten und Ausstellungen. Sie vermittelt Referenten und Materialien für Schulklassen und Kirchengemeinden.

Das Verhältnis zwischen Christen und Juden zu verbessern, ist Schwerpunkt der Arbeit unserer Gesellschaft. Dies geschieht durch intensive Beschäftigung mit dem Trennenden und Verbindenden unserer religiösen Traditionen, mit den Belastungen aus der Vergangenheit und den Problemen der Gegenwart. Dazu gehört auch die Förderung von Begegnungen und die Pflege der Beziehungen zu Israel.

In unserer Gesellschaft engagieren sich Christen verschiedener Bekenntnisse, Juden unterschiedlicher Traditionen, aber auch Menschen anderer Anschauung. Verbindliches Ziel ist die Verwirklichung der Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit aller Menschen ohne Unterschied ethnischer, religiöser, politischer oder sozialer Herkunft.

Als bundesweite Vereinigung vertritt der Deutsche Koordinationsrat die  über achtzig lokalen und regionalen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene mit ca. 20.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. Er ist zudem größtes Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), in dem über vierzig nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten sind.